stichprobe



Lexikon



Eine Stichprobe ist eine Auswahl von Fällen.

Man macht Stichproben, weil es meist schwer bis unmöglich ist, die komplette Grundgesamtheit von Fällen zu untersuchen.

Wenn ich beispielsweise verläßliche statistische Daten darüber haben will, wieviele Menschen auf 5% BPO mit Hautreizungen reagieren, dann muss ich nicht alle BPO - Anwender in Deutschland oder gar der Welt befragen und untersuchen, es mag reichen, wenn ich 100 Leute nehme.

Nun sollten Stichproben nicht nur bequem zu machen sein, sondern auch repräsentativ. Wenn ich meine BPO - Untersuchung mache und diese dann für alle Leute gültig sein soll, die BPO anwenden, dann kann ich nicht nur die Reaktion meinetwegen dunkelhaariger Männer ab 25 untersuchen, sondern sollte eben auch junge 20jährige Rothaarige mit Sommersprossen drin haben. Möglichst in den Anteilen, wie diese Menschen auch in der Gesamtbevölkerung vorhanden sind.

Wenn solche Überlegungen der Stichprobenauswahl nicht vorangegangen sind und bei der Auswahl berücksichtigt wurden, spricht man von einer nichtrepräsentativen oder verzerrten Stichprobe.

Systematisch verzerrt ist eine Stichprobe dann, wenn die Auswahl von vorneherein bestimmte Personengruppen bevorzugt. Das ist hier im Board zum Beispiel der Fall. Würde man onboard eine Umfrage machen, hätte man nicht die "Aknekranken" im deutschsprachigen Raum befragt, sondern eine Untergruppe der Aknekranken, nämlich jene, die unter ihrer Akne so stark leiden, dass sie im Internet darüber nach Informationen suchen. Entsprechend haben wir hier eine "verzerrte" Stichprobe aller Aknekranker versammelt.

Ebenso kann eine Stichprobe durch Voreingenommenheit der Untersuchten oder der Untersucher verzerrt werden. Ideal für die Aussagekraft sind deshalb normalerweise randomisierte Studien (d.h. nach Zufallskriterien ausgewählte TeilnehmerInnen, und ihr werdet euch wundern, was für einen Aufwand Sozilogen bisweilen treiben, damit die Stichprobe wirklich zufällig ist) und in der Medizin dazu noch doppelt verblindete Studien.

Verzerrte Stichproben sind nicht unbedingt von vorneherein unbrauchbar, denn sie lassen auf bestimmte Personengruppen immer noch verallgemeinerbare Äußerungen zu. Problematischer ist die oft angetroffene 1-Untersuchungseinheiten-Stichprobe. Hier sind Verallgemeinerungen nicht mehr möglich oder allenfalls mit Aussagen wie "es existiert ein Fall, in welchem...".


 

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Aktualisiert: 02.04.2003
Autor: Richie