Androgene



Lexikon


Die Androgene sind die männlichen Sexualhormone. Sie sind für die Ausbildung und Entwicklung der sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale und für die Prägung des "psychischen" männlichen Geschlechts verantwortlich. Sie steuern die Reifung der Spermien und die Tätigkeit der Drüsen des Genitaltraktes und haben anabole Wirkung (Stimulation der Proteinsynthese). Androgene, insbesondere das Testosteron, werden auch im weiblichen Organismus produziert, hier allerdings in deutlich geringerer Menge.

Das Androgen Testosteron und die daraus gebildete Wirkform Dihydrotestosteron stimulieren geschlechtsunspezifisch Wachstum und Produktivität der Talgdrüsen. Die übermäßige Talgproduktion nennt man Seborrhoe. Darüberhinaus können Androgene in ungünstiger Weise Reifungsvorgänge der Hornzellen im Ausführungsgang des Talgdrüsen-Haarfollikelapparates beeinflussen. Das Resultat ist eine überschießende Verhornung. Treffen beide Faktoren zusammen, können sich Komedonen (auch "Mitesser" genannt) als erste Anzeichen der Akne bilden.

Trotz der weitgehenden Androgenabhängigkeit ist Akne nur in seltenen Fällen auf ein Überangebot an Androgenen im Rahmen einer Störung des körperweiten Hormonhaushalts zurückzuführen. Mehrheitlich wird ein erhöhter Verbrauch wegen höherer Anzahl und Empfindlichkeit der Androgenrezeptoren in den entsprechenden Zielzellen verantwortlich gemacht. Es wird vermutet, daß der Androgenmetabolismus, also die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron unter Beteiligung des Enzyms 5-alpha-Reduktase, in den Zielzellen beschleunigt abläuft.

Durch die Gabe von Antiandrogenen läßt sich die Wirkung der Androgene mehr oder weniger stark hemmen.

 

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Aktualisiert: 28.04.2002
Autor: Klingeling