Archiv 1999: Ichthraletten


    Ichthraletten
    Saturday, 10-Apr-1999 18:57:22
      151.189.0.50 writes:

      Huhu all,
       

      mal wieder 'was Neues...Hat jemand erfahrung mit "Ichthraletten"? Der Name allein ist schon ziemlich lächerlich. Auch nach der Packungsbeilage zu schließen, ist das wohl so eine Art "Placebo"...Naja, vielleicht hat es ja jemand ausprobiert und kann kurz was dazu sagen...
       

      xxx

      Björn


    Re: Ichthraletten
    Sunday, 11-Apr-1999 12:58:20
      193.158.142.129 writes:

      Du Björn, mal was anderes:

      H Ä H!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

      Das blickt glaub' bloß ich nicht welche INFO Du von uns Superduperschlaules haben willst....

      Also werd doch bitte e t w a s konkreter, Dir wird schon nicht der Arm beim Schreiben abfaulen;-)))))

      Aber noch kurz was zum Prestige. Dein Witz ist gut 
      "hey Du, was nimmst DU denn zur Zeit für Deine traumhaft schöne Fresse."
      "ICHTHRALETTEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"

      Ich muß aufhören Björn, mir tut der Bauch vor lauter lachen weh...

      Gruß
      und Tschüß

      Silke


    Re: Re: Ichthraletten
    Sunday, 11-Apr-1999 14:32:09
      151.189.0.50 writes:

      Ich kann doch nix für den lächerlichen Namen!!! *grummel*
      Ansonsten:
      Ichthraletten, Dragees von Ichtyol, "Wirkstoff" =
      Natriumbituminosulfat (also eine Schwefelverbindung).
      Tatsächlich wohl völlig wirkungslos. Soll zwar (wie Roa) auch die Blutfettwerte reduzieren, ist aber noch nicht mal verschreibungspflichtig.
      Ich dachte jemand hätte es vielleicht auch schon ausprobiert und könnte mich einfach nur in meiner Annahme bestätigen, daß es absolut nix bringt....

      xxx
       

      Björn 


    Re: Ichthraletten (u.a.)
    Sunday, 11-Apr-1999 14:28:24
      129.206.203.165 writes:

      Hallo Björn,

      Ichthraletten habe ich vor einiger Zeit auch mal genommen. Mein Arzt hat mir damals eine Probepackung von dem Zeug ("unverkäufliches Muster") in die Hände gedrückt. Eine positive Wirkung konnte ich nicht feststellen. Im Gegenteil - meine Akne ist während dieser Zeit sogar viel schlimmer geworden. Ich habe die Behandlung mit diesen Teilen dann abgebrochen. 

      In Heft 3 / 1999 schreibt Stiftung Warentest zu dem in den Ichthraletten enthaltenen Wirkstoff: "... Zubereitungen aus Schieferöl, die die Akne über eine (schwach) antiseptische und entzündungshemmende Wirkung günstig beeinflussen sollen. Ausreichende Daten (zum Beispiel kontrollierte klinische Studien) liegen uns dazu jedoch nicht vor. Die Verträglichkeit ist im allgemeinen gut, Allergien und Hautreizungen treten selten auf."

      Noch kurz einige Worte zu Deinem Beitrag weiter unten (Re: Re: Re: Probleme mit Hautärzten):

      Ich kann Dir eigentlich nur zustimmen - irgend etwas läuft in diesem Medizinsektor ziemlich daneben. Die Erfahrungen, die ich in den letzten vier Jahren mit Ärzten gemacht, waren einfach nur katastrophal. 

      Es ist einmal diese Abzockerei und Geldmacherei. Nachdem Du es in Deinem Beitrag angesprochen hast, habe ich mal nachgeschaut: Bei mir wurden in der Praxis des Hautarztes insgesamt 56 Solariumsbestrahlungen durchgeführt. Ohne jeden Erfolg. Für den Arzt aber sicherlich ganz lohnend. Meine Leberwerte wollte mein Hautarzt übrigens auch nicht selbst kontrollieren. Dafür hat er mich zu einem Internisten geschickt. Dieser reagierte, als ich ihm von meinem Anliegen berichtete, ziemlich desinteressiert. Er hat mir dann erst einmal - ohne jede Veranlassung - meinen Blutdruck gemessen.

      Auf der anderen Seite treffe ich in letzter Zeit aber auch relativ oft auf eine erschreckende fachliche Inkompetenz. Das fängt an bei Hausärzten, sog. Fachärzten für Allgemeinmedizin, denen ich mittlerweile nur noch die Behandlungen minimaler Beschwerden zutraue. Wäre ich z.B. vor einiger Zeit nicht aus eigener Initiative zu einem Kardiologen gegangen, so würde ich noch heute die von meinem Hausarzt verordneten und nach Worten des Kardiologen „völlig falschen", „gefährlichen" Medikamente einnehmen. Deshalb machen mir auch die Pläne der neuen Regierung gewisse Sorgen, nach denen die Stellung des Hausarztes gestärkt werden soll. 

      Diese Inkompetenz ist aber leider auch bei Fachärzten zu finden. Offenbar sind selbst diese Fachgebiete noch so umfangreich, daß Mediziner mit umfassendem Wissen nicht oder nur selten anzutreffen sind. Insofern wäre die Verwirklichung Deines Vorschlags - Einrichtung von auf wenige Krankheiten spezialisierten Praxen oder Kliniken - sicherlich sinnvoll. Du hast in Deinem Beitrag Unikliniken angesprochen. Hast Du damit schon irgendwelche Erfahrungen? Kann man dort auf kompetentere Behandlung hoffen als bei niedergelassenen Ärzten?

      Ach ja, noch etwas: Wenn ich in den letzten Tagen die Clearasil-Werbung im Fernsehen sehe, dann wird mir ehrlich ganz schlecht. "Es war noch nie so einfach, Pickel loszuwerden." Das ist doch echt nicht mehr lustig. Oder schau mal auf die Internetseite http://www.fixrein.at/akne.html => „Akne wird durch Staub, Schmutz in der Umwelt und durch Chemie die täglich überall eingesetzt wird verursacht" und soll mit einem einfachen Waschteil beseitigt werden können. Man sollte echt mal prüfen, ob in solchen Fällen nicht tatsächlich der Betrugstatbestand des § 263 StGB erfüllt ist.

      Liebe Grüße!

      Andreas


    Clearasil-Werbung
    Monday, 12-Apr-1999 09:29:55
      62.157.2.216 writes:

      Clearsil-Werbung *kotz* :-(

      Jedesmal wenn ich diese Werbung sehe koennte ich die Flimmerkiste aus dem Fenster werfen. Ich mache jetzt schon seit 15 Jahren mit meiner Akne rum. Mal besser mal schlechter.

      Es ist ja so einfach die Akne los zu werden.

      Seit 4 Jahren, ich hatte es zwischendrin mal aufgegeben, bin ich Dauergast bei den
      Hautaerzten. Schoene Saelbchen, Bestrahlung, Eigenblutbehandlung, Antibiotika usw.. Das waren alles nur Abzocker. Seit September neuer und letzter HA, ich glaube bei dem bin ich richtig (Bender, Wiesbaden), welcher mir dann gleich Roa verschrieben hatte. Das habe ich nun bis gestern geschluckt. Ich muss jetzt damit aufhoeren, weil die Leber nicht mehr mitspielt, aber mein HA meinte sowieso es waere schon mehr als genug. Normalerweise verschreibt er es nicht laenger als 3 Monate. Er hält die Gesamtdosisregel (120 mg/kg) auch fuer eine Erfindung der Industrie. 
      Ich bin diese Pickel jetzt seit 6 Wochen los. Ich hoffe es bleibt so, denn ich habe diese Dinger ein fuer allemal satt. Wenn nicht, kann ich mich ja immer noch mit Clearsil waschen, denn es war ja noch nie so einfach seine Pickel los zu werden.:-)
       


    Re: Re: Nanana;-)))
    Monday, 12-Apr-1999 10:53:39
      193.158.142.129 writes:

      Hallo meine lieben Jungs!

      Teilweise muß ich Euch zwar voll und ganz zustimmen, gerade bezüglich Werbung und von irgendwelchem Zeug das überhaupt gar nix bewirkt.

      Aber die Ärzteschaft könnten wir uns doch wenigstens ein besserl streiten...

      Meine Stammärzte konsultiere ich seit einigen Jahren und inzwischen haben wir uns gegenseitig im Griff. Wir knallen uns zwar ab und zu ein's vor den Latz, aber ansonsten verstehen wir uns bestens. 

      Egal ob (Zahnarzt, Internist, Dermatloge oder Gynäkologe die haben fachliche Kompetenz und kennen sich sogar in Mischgebieten aus!

      Gut man muß sie eben suchen und finden, unter Umständen kann das auch dauern aber die Suche lohnt sich alle mal. 

      Mein Hausarzt z.B. gibt mir immer neue Zeitungsartikel oder medizinische Interviews oder sonstiges mit (weil er weiß das ich es dann umgehend an den umöglichen Budapest-Urlauber weiterleite)

      Im Gegenzug bekomme ich jedoch mein Fett ab, weil ich mir selbst für den Praxisbesuch die Visage vollkleistere;-)))

      Nun ja wir helfen uns gegenseitig und hoffen wie immer nur das allerbeste. Als das wir schon bald
      im alten Glanz erstrahlen mögen.

      Viele Grüße
      an a l l e
       
       

      Silke

    Seid nett zu Hautärzten ;-)
    Tuesday, 13-Apr-1999 07:40:44
      134.2.134.16 writes:

      Huhu,
      will ich mich doch auch mal Silke anschliessen. Wie gesagt, dass ich gute Erfahrungen gemacht hab, sollte keine leere Floskel sein, das meine ich ernst. Witzigerweisse hatten die HautaerztInnen, bei denen ich war, z.T. durchaus sehr kontraere Ansichten, die sie aber durch die Bank *kompetent* vertreten haben (soweit ich das beurteilen kann). Das eigentliche Problem liegt imo meist im ZEITAUFWAND, und da gibts in der Tat massive Unterschiede.

      Ich wuerde einen Hautarzt, der mir kein Roaccutan verschreiben will, weil er ob der Spaetfolgen Bedenken hat, keinesfalls als inkompetent bezeichnen. Meine Guete, wahrscheinlich sollte man es ihm hoch anrechnen, dass er trotz Roche-Werbung zu seiner Skepsis steht. Nichtsdestoweniger wollte ich halt das Zeug haben (imo mit gutem Grund), und die Indikation dafuer wurde von drei anderen Hautaerzten auch gestellt. 

      Nun, wie weiter? Da gab es z.T. auch bei ein und demselben Arzt natuerlich massive Schwankungen, was den Zeitaufwand betraf, den sie betrieben, je nachdem, obs grade sehr hektisch zuging, es eher ruhiger war, wie gut (wie schlecht) ich drauf war usw. z.T. spielte es auch eine Rolle, dass die Praxis *eigentlich* geschlossen war (das rechnete ich ihm unglaublich hoch an, und da fiel auch das "Chaot"-Zitat, mit vollem Recht, mag ich hinzufuegen) - - ja, das nur zur Illustration.

      Auf was ich rauswollte: die generelle Aerzteschaftruntermache mag ich nicht befuerworten, es gibt solche und solche, und vielen koennte ein bisschen mehr Wissen um ihre Fehlbarkeit guttun, aber ich mag die Sache immer gerne von zwei Seiten ansehen, und da gehoert auch dazu, dass die Leute einen VOELLIG unterschiedlichen Wissensstand haben, und wenn der eine wissen will, ob die Schuppen wieder weggehen, und der andere, wie das mit dem RB-Proteins im Hautstoffwechsel und der oxidierenden Wirkung von Benzos in Bezug auf Roa ist - - meine Guete, ich merks ja schon in den Tuts, wie schwer es ist, vom Computercrack auf reinen Anfaenger umzuschalten, wenns um das Vermitteln von irgendwas geht. Das andere ist das Zuwenig an Zeit, welches sich die Aerzte fuer die Patienten nehmen. Da gibts solche und solche, ich hatte offenbar mehr Glueck, wenns auch manchmal kurzknapp zuging, und da wuerde mich in der Tat interessieren, wie es die Leute begruenden, dass ein Patient in fuenf Minuten diagnostiziert wird, was verschrieben wird und nach Moeglichkeit die naechsten drei Besuche nicht ueber die Sprechstundenhilfe rauskommt. Und da hoerts in der Tat auf. 

      Ich wuerd aber die Hoffnung nicht aufgeben: nachfragen, ein bisschen unbequem sein ist legitim, aber vielleicht auch ein wenig Ruecksichtnahme, wenn alles vollsitzt. Dann mal Termine machen und anmelden, man will INFOS und ne Viertelstunde Zeit. Und wenn das nicht geht, dann nochmal andere suchen und gleich im Vorfeld nach sowas fragen. Aber solche Aerzte gibts, gott seis gedankt.

      Wenig Narben wuenscht
      Richie
       


    Re: Re: Ichthraletten (u.a.) - kein falsches Mitleid mit (Haut-)ärzten
    Wednesday, 14-Apr-1999 19:42:01
      151.189.0.50 writes:

      Huhu Andi :-)
       

      Danke erstmals für Deinen Erfahrungsbericht. Ich glaube auch kaum, daß das Zeug wirkt. Allerdings denke und hoffe ich dann auch, daß es auch nicht gerade zu einer Verschlechterung führt. Ich versuche es jetzt einfach mal über drei Wochen [wie lange hast Du es eigentlich genommen?] (dann habe ich sowieso einen neuen HA-Termin und die Packung ist dann auch verbraucht) und sollte sich das gerade z.b. (ziemlich beschissene) Hautbild nicht deutlich gebessert haben, dann setze ich es wieder ab. Etwas anderes, härteres (Mino, Benzo) zu nehmen, bin ich derzeit sowieso nicht mehr bereit. Ich bin diese ewige Selbstvergifterei mit irgend einem Zeug, das bestensfalls vorübergehend wirkt, leid. Vielleicht versuche ich es noch einmal mit Roa, das ich vor etlicher Zeit mal viel zu niedrig dosiert genommen habe. Aber wie bereits geschrieben: es wird mir gerade “verweigert”. Zum einen, weil es nicht indiziert sei, zum anderen aber auch aus den bereits angeführten Budgetgründen. Laut Pschyrembel (Auflage 1998) [für viele] ist eine “völlige Abheilung nur mit Isotretinoin [MaW Roa] p.o. [per os, also innerlich] möglich.” Wenn das so ist, sollte man sich den körperlichen und seelischen Streß mit all dem anderen Zeug einfach sparen, denke ich. Lieber 6 Monate Roa und vielleicht keine Hautprobs mehr danach, als 10 Jahre lang chemische Dauer-Belastung mit Benzo, Skinoren, Erythromycin, Minocyclin, usw und trotzdem Probs mit Haut und Seele. 

      Was das Niveau der ärztlichen Behandlung anbelangt, sind wir uns, denke ich, ziemlich einig. Ich könnte da noch etliche Exempel beisteuern. Von der Augenärztin bspw., die bei mir vor vielen Jahren mal eine schwere Bindehautentzündung diagnostizieren zu können meinte. Angebliche Ursache hierfür: der Verkauf “falscher Kontaktlinsen” durch meinen “inkompetenten Optiker”. Ihre Empfehlung: ich sollte unbedingt aufhören, diese Linsen zu tragen und nach Abklingen der schweren und gefährlichen Augenentzündung wollte sie nochmals checken, ob nicht dann SIE mir die “richtigen Linsen” verpassen könnte. Eine sofortige Nachkontrolle durch den Optiker der Fa. Pini, der (nebenbei erwähnt) jahrzehntelang ausschließlich Kontaktlinsen angepaßt hatte und sogar auch an der Entwicklung und Markteinführung in Europa beteiligt gewesen war, ergab trotz sehr ausführlicher Untersuchung nicht den allergeringsten pathologischen Befund an den Augen. Bei einem Telefonat zwischen dem Optiker und der Ärztin stellte sich heraus, daß sie die GLEICHEN Kontaktlinsen, die ich bereits hatte, nochmals verschreiben wollte. Es wäre auch gar nicht möglich gewesen, andere, bessere, modernere Linsen zu verschreiben. Denn ich hatte bereits die allerneueste Generation. (ziemlich teuere übrigens und ich kann gut verstehen, daß sie sich über das von der nichtärztlichen Konkurrenz weggeschnappte Geschäft sehr geärgert hat.) (Ach ja, ich hab die Linsen weitergetragen – ohne Probleme – und die Ärztin gewechselt)
      Dann gab es da den anderen Augenarzt, der bei allen Patienten grundsätzlich den Augeninnendruck maß und den Augenhintergrund untersuchte. Aus angeblicher Fürsorge. Einige Jahre später hatte ich tatsächlich gewisse Probs mit den Augen und konnte der Nachfolgerin meines inzwischen verstorbenen Hautarztes nur mit Mühe und Not dieselbe, sonst routinemäßig durchgeführte Prüfung abringen. Als ich ihr von der Praxis ihres Vorgängers erzählte, hat sie ebenso unmißverständlich wie auch geradezu selbstverständlich erklärt, daß Herr Dr. X diese Untersuchungen ausschließlich aus “abrechungstaktischen Gründen” duchgeführt hatte. In meinem Alter gäbe es absolut noch keine medizinsche Indikation für die Untersuchung. Und NB: Sie lobte ansonsten meinen früheren Augenarzt in den höchsten Tönen und sprach ihre tiefste eigene Betroffenheit über den frühen Tod eines offensichtlich guten Bekannten aus. Ach und es gibt noch so viele andere Beispiele. Ärzte, die röntgen lassen, bevor sie den Patienten überhaupt selbst gesehen haben. Oder selbst dann röntgen lassen, wenn sonnenklar ist, daß ein Rötgenbild diagnostisch nicht den geringten Wert haben wird, usw, usw....
      Ach ja. Und ich würde übrigens wetten, daß Du bei den 56 Solariumsbestrahlungen noch nicht mal braun geworden bist. Denn dazu müßte man ja tatsächlich mit einer höheren Dosis strahlen, was sowohl für den Patienten nicht ganz ungefährlich als auch ziemlich teuer (Strom) ist. ...Ich kenne auch dieses Spiel, wobei ich es nie 56 Mal durchgehalten habe....Aber ich hab mich auch immer wieder beschwätzen lassen....Scheinbar läßt sich “Bestrahlen” gut abrechnen....

      Fakt ist, daß wir eine mittlerweile durch und durch korrupte Ärzteschaft haben, für die der Abrechungsbetrug – meist ja sogar in Mittäterschaft der Patienten und sogar mit wohlwollender Duldung selbst der Kassen – eine Selbstverständlichkeit geworden ist. Und daher habe ich NULL Mitleid mit den Ärzten, wenn sie über die im Augenblick angeblich enge finanzielle Situation jammern. Und ihr Versuch, den Unmut der Patienten in Richung Kasse zu lenken, geht jedenfalls bei mir völlig fehl. 

      Eine andere Sache ist freilich die Qualität der ärztlichen Versorgung. Man kann sicher zugleich Abrechungsbetrüger und trortzdem guter Arzt sein. Und anders als Du würde ich auch gar nicht einmal sagen, daß die einzelnen Ärzte an sich so inkompetent sind. Ich finde das Niveau auf dem sich die Medizin insgesamt befindet ziemlich dürftig. Aber das kann man dem einzelnen Arzt sicher nicht anlasten. Was man ihm aber anlasten kann, ist, daß er sich - jedenfalls in meinen Augen - viel zu wenig bemüht um den Patienten, daß das (körperliche und seelische) Wohl des Patienten viel zu wenig Beachtung bekommt. Beispielsweise finde ich es äußerst seltsam, daß es zwischen Arzt und Patienten nie eine Therapiebilanzierung gibt. Soll heißen: wenn ein Patient, selbst wenn er lange in steter Behandlung bei einem Arzt war, plötzlich nicht mehr erscheint, fragt kein Arzt nach, was aus dem Patienten geworden ist. Der Patient könnte an der Therapie oder infolge falscher Diagnose gestorben sein und der Arzt würde es noch nicht einmal wissen. Was ist das denn noch für ein Umgang miteinander? Wo ist da noch eine “vertrauliche” Beziehung zwischen Arzt und Patient? Ich finde, sowohl aus medizinischer Hinsicht (der Arzt darf es und er soll es auch wissen, wenn seine Therapie erfolgreich war, aber auch wenn sie es nicht war) als auch menschlicher Hinsicht sollte seine Therapiebilanzierung eigentlich selbstverständlich sein. Um so trauriger, daß das ja genaue Gegenteil selbstverständlich ist. Hey, ich habe für die Relevanz einer solchen Bilanzierung auch ein konkretes Bsp. : Roa hatte ich in einer größeren Praxis vom dortigen Chef, einem Prof., empfohlen und verschrieben bekommen. Die Dosis, die ich bekommen sollte, lag bei 0,5 mg pro Kg Körpergewicht. Dem Prof assistierten eine Reihe jüngerer Ärzte, die sich teilweise wohl auch noch in Facharzt-Ausbildung befanden und die ganz ersichtlich in meinem Fall eine Roa-Therapie ablehnten. Die weitere Behandlung hatten diese Ärzte zugewiesen bekommen. Und so kam es, daß sich niemand mehr für meine Roa-Therapie zuständig fühlte, interessierte. Ich mußte selbst nachhaken, was die Kontrolle der Leberwerte anbelangte, und ich mußte selbst nachhaken hinsichtlich der Erhöhung der Therapie-Dosis von anfänglich 2 Kaspeln auf die anvisierten 4 Kaspeln pro Tag. Nachdem ich da bei mehrmaligem Nachfragen immer nur ganz laue Antworten bekommen hatte – a la “Sie können ja mal um eine Kaspel pro Tag” erhöhen – habe ich gerade mal zwei, drei Wochen lang 30 mg genommen und bin mir dabei – eingeschüchtert durch die Pckgbeilage – total wagemutig vorgekommen. Das war natürlich eine völlig wirkungs- und damit nutzlose Therapie. Sie wäre anders verlaufen, wenn jemand ersichtlich auch die Verantwortung für die Behandlung – in welcher Form auch immer – übernommen hätte und deren Verlauf sowie Beendigung kontrolliert hätte. 

      <Deshalb machen mir auch die Pläne der neuen Regierung gewisse Sorgen, nach denen die Stellung des Hausarztes gestärkt werden soll.>

      Naja. Da geht es ja auch ganz offen gar nicht um die Qualität der Versorgung, auch nicht um deren Kosten, sondern um die Verteilung des auch innerhalb der Ärzteschaft heftig umkämpften Kuchens. 

      <Du hast in Deinem Beitrag Unikliniken angesprochen. Hast Du damit schon irgendwelche Erfahrungen? Kann man dort auf kompetentere Behandlung hoffen als bei niedergelassenen Ärzten?>

      Ich war ein Paar Mal dort. Aber nicht richtig in Behandlung und vorwiegend auch wegen einer anderen Sache als der Akne. Zu wenig eigentlich um irgend eine Aussage zu treffen....Aber sie haben sich teilweise wirklich sehr bemüht. Auch wenn nichts dabei ´rausgekommen ist. So, vielleicht wäre es tatsächlich einen Versuch wert, zumal, wenn „einen“ die niedergelassenen Ärzte als Kassenpatient offensichtlich sowieso nicht mögen.....
      Aber eigentlich denke ich, daß es hinsichtlich der Qualität eher keine Verbesserung bringt.....

      <Ach ja, noch etwas: Wenn ich in den letzten Tagen die Clearasil-Werbung im Fernsehen sehe, dann wird mir ehrlich ganz schlecht. "Es war noch nie so einfach, Pickel loszuwerden." Das ist doch echt nicht mehr lustig. Oder schau mal auf die Internetseite http://www.fixrein.at/akne.html = „Akne wird durch Staub, Schmutz in der Umwelt und durch Chemie die täglich überall eingesetzt wird verursacht" und soll mit einem einfachen Waschteil beseitigt werden können. Man sollte echt mal prüfen, ob in solchen Fällen nicht tatsächlich der Betrugstatbestand des § 263 StGB erfüllt ist.>

      Geht mir nicht anders, wobei ich so etwas wie Clerasil nie verwendet habe, nachdem ja eher allgemein bekannt ist, daß es eher schadet als nutzt. Was den Betrugstatbestand anbelangte: Bzgl 263 StGB: Keine Chance – leider......
       

      Liebe Grüße,

      Björn 
       

      Björn


    Re: Re: Re: Ichthraletten (u.a.) - kein falsches Mitleid mit (Haut-)ärzten
    Friday, 23-Apr-1999 07:25:11
      193.158.142.134 writes:

      ...ich wünsch' Dir eine schnellst mögliche Besserung...

      Silke


Stand: 9.3.1999